Robert Walser, Gisèle Vienne
L’Étang/Der Teich

  • Mi. 18.08.21 20 Uhr
  • Do. 19.08.21 20 Uhr
  • Fr. 20.08.21 20 Uhr
  • Sa. 21.08.21 20 Uhr
  • So. 22.08.21 18 Uhr

Französisch mit deutschen und englischen Übertiteln.

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Ein Jugendlicher verzweifelt an der reservierten Distanz seiner Mutter. Um ihre Liebe auf den Prüfstand zu stellen, täuscht er den Selbstmord vor.

Das frühe Dramolett Robert Walsers, Der Teich, verhandelt nicht nur Manipulationen und Machtspiele in Beziehungen, sondern reflektiert zugleich den sprachfernen Charakter von Gefühlen. Dem gebrochenen Verhältnis zwischen dem Empfinden und seiner Darstellbarkeit geht die Choreografin, Regisseurin und Puppenspielerin Gisèle Vienne nach – gemeinsam mit den herausragenden Spielerinnen Adèle Haenel und Ruth Vega Fernandez sowie acht lebensgroßen Puppen. Sie trennen Stimme und Text, Gestik und Mimik, Spiel und Musik voneinander und lassen jedes dieser Elemente sich in seinen Dissoziationen artikulieren und widersprechen. Zeitgleich und multiperspektivisch überlagern sich widerstreitende, paradoxe Gefühls- Wirklichkeits- und Zeitebenen, Schichten aus gesellschaftlich geprägten Erwartungen und ihren unkontrollierbaren, gewalttätigen Unterströmungen, Kanalisiertes und Wüstes, Erträumtes und Erlittenes. Die Situationen entfalten die kalte Liebe der Mutter oder den traurigen, theatralen Habitus des Jugendlichen in einzelne Bestandteile. Eine halluzinatorische, sinnliche und verstörende Phantasmagorie, die die Gewalt der sozialen Norm offenlegt, die sich, mit ihren Machtspielen, in unsere Körper und Intimität eingeschrieben hat.

Gisèle Vienne gehört zu jenen Künstlerinnen, deren Sensorium für Abgründiges ausgeprägt ist und die den unausgesprochenen Fantasien ihre besondere Aufmerksamkeit schenkt: jenem obskuren Territorium der Existenz, in dem sich Sinnlichkeit und Gewalt begegnen.

Text: Robert Walser Konzept, Regie, Szenografie, Dramaturgie: Gisèle Vienne Mit: Adèle Haenel, Ruth Vega Fernandez Musikalische Leitung: Stephen O'Malley Originalmusik: Stephen O'Malley, François J Bonnet Licht: Yves Godin Dramaturgie: Gisèle Vienne Requisite: Gisèle Vienne, Camille Queval, Guillaume Dumont Kostüm: Gisèle Vienne, Camille Queval, Pauline Jakobiak Maske: Mélanie Gerbeaux Gestaltung Puppen: Gisèle Vienne Puppenbau: Gisèle Vienne, Dorothéa Vienne-Pollak, Raphaël Rubbens Management Technik: Richard Pierre Sound Design: Adrien Michel Outside Eye: Dennis Cooper

Produktion: DACM Koproduktion: Nanterre-Amandiers CDN / Théâtre National de Bretagne / Maillon, Théâtre de Strasbourg – Scène
européenne / Holland Festival / Fonds Transfabrik – Fonds franco-allemand pour le spectacle vivant / Ruhrtriennale / Münchner Kammerspiele / Comédie de Genève / Le Manège – Scène nationale de Reims / Centre Culturel André Malraux (Vandoeuvre-lès-Nancy) / MC2 : Grenoble / Tandem Scène nationale / Kaserne Basel / La Filature – Scène nationale de Mulhouse / Festival d’Automne à Paris / Théâtre Garonne / CCN2 – Centre Chorégraphique national de Grenoble / International Summer Festival Kampnagel Hamburg / BIT Teatergarasjen, Bergen Förderer: Unterstützt von La Colline – théâtre national und CND. 

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