Spot on Economies — 1/2/8 Recherche Forum
mit Residenzen, Lectures und Workshops
01.-17.10.2021

NASA picture from a copper mine in Arizona, USA
Arizona Copper, © NASA Goddard Photo and Video, CC BY 2.0

Spot on Economies nimmt Ökonomien als entscheidende Schnittstelle sozialer, ökologischer und politischer Zukunftsentwürfe in den Blick. Über zwei Wochen (01.-17.10.) stellt PACT das gesamte Haus für Forschungsresidenzen vor Ort zur Verfügung, die von einem öffentlichen Programm mit hochkarätigen Vorträgen und Workshops gerahmt werden. 

Programm

Welche Möglichkeiten ergeben sich für unsere Zukunft, wenn wir die Grundbedingungen unserer Wirtschaft neu bestimmen?

An drei Wochenenden bringt Spot on Economies künstlerische und theoretische Positionen zusammen, die unterschiedliche ökonomische Konzepte aufgreifen und neu verhandeln.

Ein radikales Befragen der Ökonomie trifft auf alternative Praktiken und öffnet den Blick auf Veränderungen, die durch die Umweltkrise, feministische Bewegungen und Prozesse der Dekolonialisierung dringend gefordert sind. Die Beiträge lösen sich von einem Denken, das auf Knappheit, Eigentum und Wachstum aufbaut, und geben Raum für alternative Logiken.

Termine Workshops & Lectures

Das Eröffnungswochenende untersucht mögliche Allianzen zwischen Wissenschaft und Aktivismus zur Förderung anderer Ökonomien (Ozan Alakavuklar) und bringt die Logik des Überflusses (Valeria Graziano und Giulia Palladini) mit dem Begriff des Degrowth/Postwachstum (Konzeptwerk Neue Ökonomie) in Dialog. 

Am zweiten Wochenende stehen Praktiken des Commoning/Vergemeinschaftung im Vordergrund: können festgefahrene Beziehungen zu Geld verlernt und durch Praktiken radikalen Vertrauens ersetzt werden (Common Wallet)? Am Abschlusswochenende blickt das Programm in die Zukunft und schlägt einen Perspektivwechsel vor: in einem Gespräch über die Entkolonialisierung der Wirtschaft (Surbhi Kesar und Ingrid Kvangraven) und einem Workshop zu Zukunftssicherung, ausgehend von einem anderen Zeithorizont, dem von Teenagern (Groundwerk).

Kontakt 
Juliane Beck 
residenz@pact-zollverein.de

Initiated by Juliane Beck, Stefan Hilterhaus und Livia Andrea Piazza

Ein Projekt im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

Forschungsresidenzen

Im Rahmen der Forschungsresidenzen wurden sieben Gruppen eingeladen, ihre Ideen, Fragen und Entwürfe transdisziplinär mit anderen Wissenschaftler:innen, Künstler:innen, Praktiker:innen und Aktivist:innen zu teilen und weiterzuentwickeln: 

Licia Soldavini und Masche Fehse sind Stadtplanerinnen, die mit der Initiative ConstructLab in Berlin die Konzeption, Planung und Umsetzung von Community-Bauprojekten als Ganzes denken. Während ihrer Residenz beschäftigen sie sich mit der Frage, wie für kulturaktivistische (care/Fürsorge-) Arbeit nachhaltige Strukturen im öffentlichen Raum geschaffen werden können. 

Als Designer nehmen Lasse Schlegel und David Schwarzfeld mit ihrem Projekt Platzhalter die zahlreichen Werbeflächen unserer Städte in den Blick. Durch Anmietung dieser Flächen möchten sie neuen Ideen zur gemeinschaftlichen Rückeroberung öffentlicher Orte Platz geben und diesen Prozess mit Workshops und anderen Formen des Austauschs langfristig begleiten. 

Mathis Richtmann, Sonia Kuhls, Rosa Hesse und Úlfur Logason arbeiten als Ökonom:innen an nicht-akademischen Formen der Vermittlung, um ein grundlegendes Verständnis unserer Finanz- und Banksysteme aufzubauen. Ihr Interesse daran entwickelte sich aufgrund der häufigen Erfahrung eines gesellschaftliches Unbehagens in Situationen, in denen öffentlich über Geld und Finanzen diskutiert wird.

Philipp Frey, Will Stronge, Christoph Schneider und Julian Siravo finden sich als multidisziplinäres Team aus Geistes- und Sozialwissenschaften, Architektur und Technologieforschung zusammen, um während ihrer Residenz einen gemeinsamen Denkprozess zum Begriff der Innovation aus demokratischer und lokaler Perspektive anzustoßen. 

Chloé More, Flora Fettah und Jeanne Giacobetti sind drei Kuratorinnen, die sich mit der Lebensmittelverschwendung in unserer Gesellschaft auf praktische wie theoretische Art und Weise befassen. Währen des Forums möchten sie im Rahmen gemeinsamer Mittagessen mit Rezepten aus Restlebensmitteln zur Diskussion sowie Reflektion über das eigene Verhalten anregen. 

Practices of Attunement sind Aslı Uludağ, Moritz Gansen, Simon Fleury, Chara Stergiou, Sam Nightingale und Gala Rexer, die als internationales Kollektiv von Künstler:innen und Theoretiker:innen bei Spot on Economies zusammen kommen. Im Fokus ihrer Forschungsresidenz steht die Ökonomie des Bildungswesens. Insbesondere hinterfragen sie, was es bedeuten könnte, wenn das universitäre Studium nicht auf ein Endprodukt – den akademischen Abschluss – ausgerichtet wäre. 

Josephine Findeisen, Agnes Bakucz Canário und Verena Brakonier arbeiten an einer künstlerischen Forschung zu Klassismus und Gender, welche sich langfristig in performativen wie diskursiven Formaten entwickeln wird.