Wen Hui
I am 60

  • Fr. 02.09.22 20 Uhr
  • Sa. 03.09.22 20 Uhr
  • So. 04.09.22 18 Uhr

Sprache: Chinesisch mit deutschen und englischen Übertiteln

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Wen Hui lässt die Zeitachse sich krümmen und fragt, was von der Emanzipationsbewegung geblieben ist. Sind die gewonnen geglaubten Schlachten tatsächlich geschlagen?

Der Körper als Archiv kollektiver Erinnerung – In ihrer neuesten, schmerzhaft persönlichen Arbeit stellt die chinesische Choreografin, Tänzerin und Mitbegründerin des legendären Living Dance Studios, Wen Hui, Erfahrungen ihres Lebens als Frau Passagen aus den Stumm- und frühen Tonfilmen des Shanghai der 30er Jahre gegenüber. Diese hatten einen Aufbruch markiert, das herrschende konfuzianisch-patriarchale System kritisiert und soziale Probleme, Klassenkämpfe und Fragen der Geschlechtergerechtigkeit zu ihrem Gegenstand gemacht. Wen Hui lässt die Zeitachse sich krümmen und fragt, was von der Emanzipationsbewegung geblieben ist. Sind die gewonnen geglaubten Schlachten tatsächlich geschlagen? Vergangenheit und Gegenwart legen sich übereinander, und die in den Körper eingeschriebenen Erfahrungen von Frauen verschiedener Generationen, Audio- und Videoaufnahmen, Texte, Bilder und mündliche Erzählungen verweben sich zu einer multimedialen dokumentarischen Solo-Performance von großer Intensität.

Neben ihrer Arbeit als Choreografin und Tänzerin konzipiert Wen Hui auch Dokumentarfilme und Installationen. Das gemeinsam mit dem Dokumentarfilmer Wen Wenguang 1994 in Bejing gegründete Living Dance Studio war das erste unabhängige Kunstunternehmen in China. Es versammelte alle Kunstdisziplinen. Mit seinen Ausstellungen und Projekten, unter anderem der eindrücklichen achtstündigen Performance Memory über die Spuren der chinesischen Kulturrevolution in Familienbiografien und Körpern, nahm es eine Pionierrolle in der zeitgenössischen chinesischen Kunstszene ein.

Veranstaltet von PACT Zollverein für die Ruhrtriennale.

Choreographie & Tanz: Wen Hui, Dramaturgie & Beratung: Zhang Zhen, Musik: Wen Luyuan, Video Design: Rémi Crépeau & Zou Xueping, Licht Design: Romain de Lagarde, Bühnenbild: Francisco Linares, Administration & Booking: Damien Valette, Koordination: Louise Bailly 

Eine Produktion von: Théâtre de la Ville, Living Dance Studio und Damien Valette Prod, Koproduziert mit: Théâtre de la Ville/Festival d'automne à Paris.

Weitere Veranstaltungen
  • Mi. 06.04.22 15 Uhr – 17:30 Uhr
  • Mi. 20.04.22 15 Uhr – 18 Uhr
  • Mi. 04.05.22 15 Uhr – 18 Uhr
  • Mi. 18.05.22 15 Uhr – 18 Uhr
  • Do. 19.05.22 19 Uhr – 21 Uhr
Artist Talk Filmabend für alle

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Handwerkskunst als (Über-)Lebensstrategie in Stolipinovo/Bulgarien

Eintritt frei