Journal
Insights, Perspektiven,
Aktionen & Impulse

#ResidencyInsights
Elisa Jule Braun

While companies and states use the latest technologies to prevent riots in advance, the possibilities for activists and trade unions to resist are limited. So what can strike and resistance strategies look like to keep up with the power of the big players? And how can art find contemporary forms to visualize and question these developments?

#ResidencyInsights
Marco Donnarumma & Margherita Pevere

Through the physical and psychological brutalization of people and non-human beings, the combination of digital technologies and capitalistic urge has driven the natural ecosystem towards impending destruction. ›Humane Methods‹ dissects the violence of algorithmic societies, where power structures, knowledge creation and normative criteria become means of remorseless manipulation.

#ResidencyInsights
Marie-Lena Kaiser

Wie beeinflusst Diversität im Bezug auf Geschlecht und Herkunft eine Choreographie? Wie wirkt sich die Konstellation von Körpern im Raum auf die Bedeutung der performativen Situation aus? Vor allem unter der Voraussetzung, dass keine weiteren Informationen vorhanden sind für den Zuschauer als pure Bewegung im Raum?

#ResidencyInsights
Lea Letzel

Das Projekt ›SOG‹ von Lea Letzel changiert zwischen Konzert und Theater, indem die Figur des Flötisten auf der Bühne nicht nur die musikalischen Kompositionen spielt, sondern gleichzeitig auch in die szenische Konstruktion und Rekonstruktion der Sogwirkung der Stücke involviert ist.

ESSENS ENDE

»Wat suchste?« Ein Mann in einem verwaschenen Metal-T-Shirt schaut mir über die Schulter. Er blickt in den Stadtplan, den ich aufgefaltet habe. Ich habe ihn nicht bemerkt, er muss vom Kiosk rübergekommen sein. »Entschuldige, ich bin betrunken. Aber wenn du Hilfe brauchst – ich kenn mich hier aus.

TIERWESEN

Auf dem Rasen im Kaiser-Wilhelm-Park kniet ein junger Mann mit zerzaustem, rotbraunem Haar. Er sieht sich um, wie um sicherzugehen, dass ihn niemand beobachtet. Fast rutsche ich in den Teich, weil ich mich im Schilf verstecke. Es besteht kein Zweifel, dass er es ist: Newt Scamander.

ÜBER DEN ÄQUATOR

Wir stehen auf dem Parkplatz. Mit einem neongelben Stift zieht Beni eine Linie quer durch die Stadt. Als große Karte hat er sie ins Schaufenster der WerkStadt gehängt. Das ist Teil der kleinen Umfrage, die er zum Leben in Katernberg macht. Es dauert keine Minute, dann stellen sich zwei Nachbarn zu uns. 

Gabriele Gramelsberger: Auf dem Weg zum Wetware-Computing

DNA gilt als natürlicher Informationsspeicher und Zellen werden als lebendige Programme interpretiert, die seit Jahrhunderten erfolgreich Codes replizieren. Sowohl DNA als auch Zellen werden zunehmend für das Wetware-Computing genutzt — Computer aus organischem Material. Die sich abzeichnende Entwicklung tritt dabei nicht an, um herkömmliche Computer zu ersetzen, sondern um lebendige Computer im Inneren von Tieren und Menschen zu entwickeln, die beispielsweise Krankheiten und toxische Bedrohungen erkennen.

Emilia Sanabria & Kaushik Sunder Rajan

In Laboren extrahieren, isolieren und modifizieren Wissenschaftler*innen diese fluiden Stoffe. Doch entfalten sie ihre spätere Wirkung nicht in kontrollierten Laboreinrichtungen, sondern vielmehr in lebendigen Körpern, bevor sie zurück in die Umwelt gelangen. In ihrem Vortrag argumentiert Emilia Sanabria, dass Medikamentenkonsum gemeinsam mit dem Strom von Substanzen in die Umwelt und durch menschliche und tierische Körper — die eben nicht mit der Hautoberfläche enden — gedacht werden muss. Kaushik Sunder Rajan ist Professor für Anthropologie und stellvertretender Leiter des Chicago Center for Contemporary Theory an der University of Chicago. Seine aktuelle Forschung umfasst die globalen Verflechtungen und Veränderungen in den Biotech- und Pharmaindustrien, die er mit dem Begriff ›Biokapital‹ beschreibt.